Blog







Überzeugen auf ganzer Linie: Gos und No Gos beim Personalberater

Ein Gespräch bei einem Personalberater ist noch kein Garant für eine sichere Platzierung am Markt. Nicht selten kommt es vor, dass wir nach der Begutachtung der Lebensläufe und ersten Telefonaten Potential erkennen, ein persönliches Treffen arrangieren – in dessen Verlauf aber feststellen müssen, dass der ein oder andere Fauxpas passiert ist. Fehler, die nicht sein müssen und vermieden werden können. Wir haben unsere Top Do’s und Dont’s einmal zusammengefasst:

1. Wer keine Zeit hat, macht sich interessant
Ein straffer Zeitplan und wenig Luft für Gespräche suggerieren, dass der Kandidat gut im Geschäft ist, viele wichtige Termine hat und seine Expertise gefragt ist? Hier ist eher das Gegenteil der Fall. Wer sich betont beschäftigt gibt und nicht genügend Zeit in die eigene Karriereplanung investieren kann oder möchte, vermittelt Personalberatern eher, dass keine Zielorientierung vorliegt. Besser: Offen und ehrlich kommunizieren und erste Treffen als wichtiges Coaching annehmen.

2. Die beste Taktik gewinnt
Wir erleben häufig, dass sich Kandidaten vor Gesprächen regelrecht eine Taktik überlegen, Antworten auf bestimmte Fragen einstudieren und ihre Möglichkeiten auch das ein oder andere Mal überschätzen. Die besten Ergebnisse lassen sich aber mittels Ehrlichkeit, Vertrauen und Transparenz erzielen. Wenn uns ein Kandidat sagt, dass er sich in einem bestimmten Themengebiet nicht wohl fühlt bzw. nicht ausreichende Expertise besitzt, ist dies für uns kein Hindernis. Im Gegenteil. Eine nachhaltige und erfolgreiche Platzierung wird somit realistischer.

3. Mehr ist mehr
Wer mehr fordert, hat auch mehr zu bieten, oder? Stimmt nicht ganz. Plus 20 Prozent bei einem Wechsel sind marktüblich und Forderungen in diesem Rahmen vollkommen in Ordnung. Manchmal scheitern Projekte allerdings, wenn minimale Diskrepanzen bei den Gehaltsvorstellungen oder dem Dienstwagen auftreten – obwohl beide Parteien im Grunde großes Interesse zeigen. Hier gilt also: Forderungen zu Beginn klar und realistisch definieren – nachträgliches Pokern kann Chancen beeinträchtigen.

Ein Punkt, der aber bei weitem über Erfolg und Misserfolg entscheidet, ist das Vertrauen – auf beiden Seiten. Denn nur wenn Kandidaten ein gutes Gefühl mit ihrem Berater haben, sich nicht scheuen, Wünsche, Erwartungen aber natürlich auch Ängste anzusprechen, kann eine vertrauensvolle Basis entstehen. Auf der anderen Seite sind hier dann auch wir gefragt: Zuhören, Unsicherheiten erkennen und uns in die Lage der Menschen versetzen, die sich verändern möchten und als Partner – weniger als Dienstleister – zur Seite stehen.

Dr. Burkhard Block

Tags